Im Rahmen eines EU-Austausches sensibilisierte das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability in einem Workshop am 20. März 2019 europäische Startups für das Thema Usability und User Experience. Gleichzeitig brachte es deutsche und tschechische Startups einander näher und testete neue Methoden aus.

Mitte März besuchten elf tschechische Gründer für eine Woche die Stuttgarter Startup-Welt. Sie konnten sich vor Ort mit anderen Gründern und Experten vernetzen, besuchten das Wizeman Areal und machten eine Fotoschnitzeljagd. Die Veranstaltung ergänzte zudem das 30-jährige-Städtepartnerschaftsjubiläum von Stuttgart und Brno. Ermöglicht wurde der Austausch durch das Interreg Projekt CERIecon. Acht Sandbox-Teams zeigten, was deutsche Gastfreundschaft kann und wie die Startup-Welt von innen aussieht.

Neue Konzepte für Nutzerfreundlichkeit und Erlebbarkeit

Ein Highlight wurde dabei besonders hervorgehoben: der UUX-Speeddating Workshop. Hierbei handelt es sich um ein Format, das der Generator im Rahmen des Kompetenzzentrums Usability mitentwickelt hat. Die Startups erhielten zunächst einen Input zu den Themen Usability und User Experience, bei dem erklärt wurde, wo diese Bereiche Anwendung finden und was die Unterschiede sind. Im nächsten Schritt gaben sich deutsche und tschechische Gründer anhand eines Leitfadeninterviews UUX-Feedback zu ihren Produkten. Dabei saßen sie sich wie bei einem echten Speeddating gegenüber und hatten 15 Minuten Zeit für unterschiedliche Fragestellungen. Zum Schluss notierten sie das Feedback auf einem Zettel und gaben es dem Gründer mit. Nach Ablauf der Zeit wechselten sie zum nächsten Gesprächspartner. So konnte jeder Gründer bis zu sechs Feedbackbögen zu der Nutzerfreundlichkeit und Erlebbarkeit seines Produktes oder Services mitnehmen. Diese können als Grundlage für weitere Schritte in Richtung einer nutzerorientierten Produktlösung dienen.

Das neue Konzept kommt gut an

Thomas Gaiser, Gründer von Insightity und Teilnehmer der Sandbox, dem Acceleratorprogramm für Gründungen aus der Kreativwirtschaft an der HdM, beschreibt sein Erlebnis so: „Durch den Workshop habe ich noch einmal ganz andere Gesichtspunkte zu meiner Geschäftsidee kennengelernt. Gleichzeitig habe ich Anhaltspunkte für die Weiterarbeit an meinem Produkt erhalten und werde dank des wissenschaftlichen Inputs neue Impulse umsetzen.“

Auch Konsortialleiter und Professor für Ergonomie und Usability an der Hochschule der Medien Michael Burmester zeigte sich begeistert: „Usability und User Experience betrifft nicht nur kleine und mittelständische Unternehmen, sondern auch die Startups. Diese holen wir mit dem Startup Center an Bord und schaffen gleichzeitig neue Synergien zwischen KMUs und den Startups.“

Weiterhin betonte er, wie wichtig neben dem hochschulinternen auch der europäische Austausch sei: „Von dem internationalen Austausch über UUX profitierten deutsche und internationale Startups und tauschen so das Wissen aus.“

Das Mittelstand 4.0- Kompetenzzentrum Usability wird im Rahmen der Förderinitiative Mittelstand Digital vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Weitere Informationen unter www.kompetenzzentrum-usability.digital