Wir alle sind uns einig: Gründen ist wichtig und toll und es sollten viel mehr Leute gründen!

Aber gerade in Zeiten wie diesen, in denen Gründer*innen es besonders schwer haben, ist es leicht, sich in Sorgen um das eigene Startup zu verlieren und dabei ganz das eigene Wohlbefinden zu vergessen. Dabei ist vor allem unsere mentale Gesundheit ein ganz wichtiger Faktor beim Gründen. Nur wenn es uns selbst gut geht, können wir auch Kraft in unser Startup stecken und es vorantreiben. Haben wir selbst keine Energie mehr, dann wird es schwer, uns weiter auf die Gründung zu fokussieren.

Daher haben wir ein paar Tipps für euch zusammengetragen, wie ihr achtsam mit euch selbst umgehen und die Corona-Gedankenspirale zumindest für eine Weile durchbrechen könnt:

1. Versuche dich auf die Dinge zu konzentrieren, die du kontrollieren kannst

Auch wenn jeder von uns ein Stück weit zur aktuellen Situation beitragen kann, indem er zuhause bleibt und seine sozialen Interaktionen einschränkt, haben wir dennoch gerade wenig Kontrolle über die Gesamtsituation. Es gibt viele Faktoren, die wir nicht oder nur indirekt beeinflussen können und das kann oft zu Sorgen oder innerer Unruhe führen. Wichtig ist aber: Selbst wenn wir die Situation nicht kontrollieren können, so können wir zumindest kontrollieren, wie wir damit umgehen. Dazu gehört auch, uns auf die Dinge zu konzentrieren, die wir aktiv tun können.

Im Supermarkt mag es kein Desinfektionsmittel mehr geben, aber wir können zumindest dafür sorgen, unsere Hände regelmäßig gründlich mit Seife zu waschen.

Wir können uns dafür entscheiden, unsere Freunde erstmal nur per Videochat zu sehen, anstatt persönlich.

Und wir können uns vorab überlegen, wie wir damit umgehen können, falls wir für längere Zeit zuhause bleiben müssen. Was ist uns wichtig? Was brauchen wir, um uns daheim wohl zu fühlen? Gibt es Möglichkeiten, wie wir uns beschäftigen können? Kann ich z.B. meinen Sport anstatt im Fitnessstudio vorläufig zuhause machen?

Solche Dinge vorab zu planen, geben uns zumindest ein Stück weit das Gefühl vorbereitet zu sein und der Situation nicht ganz ausgeliefert zu sein. Das gleiche gilt natürlich auch für euer Startup. Überlegt euch, welche alternativen Möglichkeiten es beispielsweise für euch gibt, mit Kunden zu kommunizieren, wenn es persönlich nicht mehr geht. Könnt ihr vielleicht bestimmte Kurse online anbieten? Wollt ihr in einem Livestream mit euren Kunden sprechen und wie könnte der aussehen? Oder wollt ihr euch lieber eine Auszeit für euch selbst nehmen und die Zeit nutzen, um die Dinge zu erledigen, die ihr schon ewig machen wolltet, für die ihr aber sonst nie Zeit hattet?

2. Setze dir ein Limit für deinen Konsum von Nachrichten

Gerade in Ausnahmesituationen haben wir oft das Bedürfnis immer über die aktuelle Situation informiert zu bleiben. Dabei bemerken wir oft aber gar nicht, dass sich unser Tag nur noch um dieses eine Thema dreht. Wir schauen Nachrichten und lesen alle Newsbeiträge über den Corona Virus, wir sprechen mit unseren Freunden und Kollegen darüber, wir beschäftigen uns gedanklich permanent damit und malen uns vielleicht automatisch Szenarien aus, die uns gar nicht gut tun („was, wenn ich mich auch anstecke?“, „was, wenn es meine Eltern bekommen?“, „was, wenn sich wegen mir jemand anderes ansteckt?“).

Hier ist es wichtig, uns selbst ein Limit zu setzen. Wenn du merkst, dass dir der permanente Konsum von Nachrichten nicht guttut, dann reduziere deinen Konsum. Entscheide dich aktiv dafür, dich zum Beispiel nur noch einmal pro Tag zu informieren und versuche, dies auf Webseiten zu tun, die möglichst neutral berichten, wie z.B. das Robert Koch Institut. So bleibst du informiert, setzt dich aber nicht permanent der Berieselung aus.

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3. Achte auf deinen Körper und deine Gesundheit

Eigentlich ein sehr einfacher Tipp, aber gerade deshalb umso wichtiger. Du kannst ganz viele kleine Dinge tun, um deinem Körper und deiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Dabei geht es gar nicht darum, dich selbst in Quarantäne zu stecken und immer mit Atemschutzmaske herumzulaufen, sondern um ganz einfache Dinge, die jeder für sich persönlich umsetzen kann:

Versuche, genügend Schlaf zu bekommen. Schlaf beeinflusst unser Immunsystem und wir werden schneller krank, wenn wir zu wenig schlafen.

Esse ausgewogen und mache Sport. Versuche, möglichst viele Vitamine zu dir zu nehmen und bleibe aktiv. Das hält dich gesund und macht außerdem gute Laune.

Höre auf deinen Körper. Du kannst noch so viel schlafen und dich noch so gesund ernähren, aber wenn du trotzdem völlig gestresst bist, wirst du dich nicht gut fühlen. Tu dir daher auch selbst etwas Gutes. Wenn nötig, mache dir eine Liste mit Dingen, die dir helfen oder dich glücklich machen und schaue diese an, wenn du gestresst bist. Setze dich z.B. für fünf Minuten in die Sonne, kuschle mit deinen Haustieren, nimm ein Bad oder lese ein gutes Buch. Finde etwas, das dir persönlich guttut.

Sprich mit Freunden oder lieben Menschen. Wenn dir alles zu viel wird, hilft es oft, einfach mit jemandem zu sprechen, der dir zuhört und dich verstehen kann. Alternativ kannst du auch deine Gedanken aufschreiben und alles unzensiert zu Papier bringen. Oder du sprichst mit anderen Gründer*innen, denen es gerade ähnlich geht wie dir und fragst sie, wie sie mit der Situation umgehen. Hol dir Tipps von anderen und tauscht euch aus. Wichtig ist aber auch hier: Achte darauf, dass eure Gespräche sich nicht nur um negative Dinge drehen, sondern versucht, euch gegenseitig zu stärken und Mut zu machen.

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4. Meditiere

Wenn gar nichts mehr hilft, dann versuche es doch mal mit Meditation. Setze dich hin, atme ruhig ein und aus und versuche, deine Gedanken zunächst ohne Wertung zu beobachten. Was geht dir durch den Kopf? Lass einfach alle Gedanken vorbeiziehen.

Wenn du noch nie meditiert hast, wird dir das anfangs vielleicht schwerfallen. Eine gute und einfache Übung – vor allem wenn du dazu neigst, dir zu viele Gedanken zu machen – ist folgende:

Schließe deine Augen und versuche, ruhig und tief zu atmen. Stelle dir dann einen Fluss vor, auf dem einzelne Blätter treiben. Auf jedes dieser Blätter legst du nun gedanklich ein Thema, das dich beschäftigt oder einen belastenden Gedanken, und siehst zu, wie die Blätter den Fluss hinuntertreiben. So kannst du unliebsame Gedanken oder Sorgen loslassen.

Vielleicht magst du auch lieber autogenes Training. Hier hörst du mit Kopfhörern zu und bekommst eine Anleitung, was du machen sollst. Oft sind das spezielle Fantasiereisen, die dir dabei helfen zu entspannen. Bei Spotify findest du einige Anbieter, wie z.B. hier oder hier.

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5. Mache einen Plan für “hinterher”

Wenn du jetzt gerade wegen Corona nichts für dein Startup (oder auch für dich privat) machen kannst, besteht die Gefahr, dass sich viele Dinge anstauen, die hinterher, wenn die Situation sich gebessert hat, alle auf einmal erledigt werden wollen. Spätestens dann kommst du erneut in Stress.

Versuche also jetzt schon, dir einen Plan zu machen, was du wann angehen willst. Hilfreich ist dabei, alles in kleinere Schritte aufzuteilen, die du nach und nach abarbeiten kannst. So stehst du nachher nicht vor einem großen Berg und musst alles auf einmal machen.

Informiere dich auch, wenn du kannst, jetzt schon darüber, welche staatlichen Unterstützungen du für dein Startup in Anspruch nehmen kannst und was du brauchst, um diese Unterstützung später zu beantragen.

So bist du vorbereitet und kannst direkt loslegen, sobald das wieder möglich ist!

Und wenn gar nichts mehr hilft…

… dann ist es auch okay, einfach mal alles rauszulassen! Reg dich auf, lass deine Wut raus und schimpfe einfach mal eine Weile vor dich hin. Auch das ist okay! Die Situation gerade ist ja auch nicht einfach und man darf seinen Unmut ruhig auch einmal äußern. Kein Mensch kann immer nur positiv und gut gelaunt durchs Leben gehen. Setze dir selbst aber auch ein Limit, um nicht in permanenter Wut oder Unzufriedenheit zu versinken. Nimm dir z.B. eine halbe Stunde Zeit, in der du einfach nur sauer sein darfst und schaue dann, dass du dir danach wieder etwas Gutes tust.

Kennst du übrigens das „Austanzen“? Wenn einfach gar nichts mehr wirkt, dann mach einfach ganz laut Musik an und tanze. Völlig egal, wie es aussieht, tanze einfach alles raus!

Wie das dann aussieht, siehst du hier und hier.

Und danach geht’s dann mit neuer Kraft weiter!