Startups, das wisst ihr selbst, unterscheiden sich untereinander oft extrem. Eine Sache jedoch haben sie eigentlich alle gemeinsam – und damit nehmen wir gleich die Antwort auf die obrige Frage vorweg: Sie sollten Online-Marketing nutzen. Um die Sinnhaftigkeit von Online-Marketing-Maßnahmen aber letztendlich voll und ganz zu klären, hier einige Fragen zum Thema – mit Antworten, die sich ganz speziell auf Startups beziehen.

Wieso, weshalb, warum Online-Marketing für Startups?

Jedes Startup braucht neue Kunden, will seine Zielgruppe erreichen. Und fast jede Zielgruppe kann via Online-Marketing angesprochen werden. Wenn man weiß, wie.  Nach dem “wieso Online-Marketing” zu Fragen ist daher eigentlich unnötig. Oft fehlt gerade Startups einfach nur das Wissen darüber, was im Bereich Online-Marketing überhaupt möglich ist. Wie eine Zielgruppe zum Beispiel durch Suchmaschinenmarketing oder über Social-Media-Kanäle nicht nur erreicht, sondern zielgerichtet angesprochen und gewinnbringend für das Unternehmen genutzt werden kann.

Kosten für Online-Marketing können schnell kleine Startup-Budgets fressen

Nichts auf der Welt ist kostenlos. Selbst das Leben kostet den Tod!

Naja, wir wollen mal nicht übertreiben und zu theatralisch werden. Aber Online-Marketing ist eben leider auch nicht kostenlos. Es kostet entweder Geld oder Zeit und meist eine Mischung aus beidem. Allerdings: Einige gekonnt eingesetzte Online-Maßnahmen können den finanziellen Aufwand oft schon nach kurzer Zeit um ein Vielfaches wieder reinholen. Jedes Startup muss für sich selbst festlegen, wie viel Zeit und wie viel Geld es opfern kann und natürlich auch opfern will.

Ein zusätzliches Erschwernis: Günstiges Fachpersonal zu finden ist fast unmöglich. Immer mehr Firmen richten ihren Blick auf Online-Marketing, erkennen es als einen wichtigen Fokus im Marktverhalten und sichern sich schnell und einnehmend die guten Leute.

Welcher Online-Marketing-Kanal ist der richtige für Startups?

Gäbe es auf diese Frage eine allgemeingültige Antwort, wäre so mancher seine Arbeitsstelle los… Es gibt jedoch so einige schöne Beispiele an Maßnahmen, bei denen es sich lohnt, sie an dieser Stelle kurz zu umreißen – sie lassen sich nämlich wunderbar für diverse Startup-Unternehmen adaptieren:

1. Suchmaschinenmarketing: Lohnenswert, wenn es passende Keywords gibt

Suchmaschinenmarketing setzt sich aus Suchmaschinenwerbung (Google-Adwords, Bing-Ads,…) und Suchmaschinenoptimierung zusammen. Es ist ganz grob gesagt für alle Unternehmen relevant, deren Zielgruppe via Suchmaschinen Schlagwörter/Keywords eingeben. Wenn also potentielle Kunden direkt nach Produkten suchen oder wenn sie nach einem Problem suchen, dessen Lösung das Startup bieten kann, dann ist Suchmaschinenmarketing fast immer lohnenswert, sofern die Margen auch lohnenswert sind.

Wie man herausfindet, ob es Keywords gibt, auf die man optimieren sollte? Das kann jeder selbst herausfinden, empfehlenswert sind hierfür Tools wie der “Keyword-Planer”. Schwieriger kann es bei Produkten oder Dienstleistungen werden, die überwiegend von Spontankäufen leben oder die potentielle Kunden nicht direkt suchen würden oder könnten. Beispielsweise weil sie noch gar nicht wissen, dass es so etwas gibt.

2. Social-Media-Marketing: B2B und B2C immer noch auf dem Vormarsch

Facebook, YouTube, Instagram. Was viele immer noch fälschlicherweise als Kanäle zur privaten Nutzung wahrnehmen, ist inzwischen einer der Hauptaustragungsorte modernen Marketings geworden. Zwei Strategien funktionieren hier ganz wunderbar.

Zum Einen: Dienstleistungen. Und ganz speziell Dienstleistungen im Handwerk. Überraschenderweise sind es oft gerade die sehr “klassischen” Branchen, denen etwas Social Media unglaublich weiterhilft. Die sozialen Netzwerke ersetzen, was früher die Mundpropaganda für solche Unternehmen geleistet hat. Ein wundervolles Beispiel: Der Frisör. Ein Frisör, der seinen Kunden (und vor allem Kundinnen) nach dem Styling anbietet, ein schönes Portrait zu schießen.

Auf der passenden Facebook-Fanpage oder dem Instagram-Kanal wird das Foto hochgeladen, noch am selben Tag shared und teilt und twittert und liked der zufriedene Kunde die Seite des Salons und sein eigenes Bild. Der Kunde spricht so ganz unbewusst die Empfehlung aus, die früher Face-to-Face stattfand und gerade für Handwerksbetriebe so wichtig ist und wird selbst gegenüber seinen Freunden und Bekannten zum vertrauens- und ruffördernden Testimonial des Unternehmens.
Zum Anderen: Ganz, ganz spezielle Produkte. Produkte, die innovativ sind oder die optisch so überzeugend ankommen, dass sie von der breiten Masse (oder einer sehr speziell eingrenzbaren Zielgruppe) einfach super angenommen werden. Als bestes Beispiel sollte an dieser Stelle ein Artikel zum Jungunternehmer Daniel Wellington auf “Businessinsider” genannt werden, der mit einer Investition von 24.000,- Euro binnen fünf Jahren ein 151 Millionen schweres Unternehmen aufgebaut hat. Und das überwiegend mit Instagram…

3. Andere Trafficquellen: Niemals nur eine Suppe kochen

Auch wenn es oft den Anschein hat: Es gibt nicht nur Google und Facebook. Es gibt noch so viele andere Möglichkeiten, Besucher auf die eigene Website, den Webshop, die Fanpage, etc. zu ziehen und dort zu Kunden zu machen. Man muss diese Möglichkeiten nur finden.

Wenn ein Startup beispielsweise handgemachte Produkte vertreiben möchte, dann kann eine Plattform wie DaWanda als Vertriebskanal viel Sinn machen. Importiert man günstig aus dem Ausland Produkte, dann können diese via Amazon-FBA einfach und unkompliziert verkauft werden. Selbst die Gebrauchtwaren-Plattform Ebay ist noch nicht tot und macht noch immer für den einen oder anderen  Verkäufer, der sich geschickt platziert, eine Menge Umsatz.

Wenn sich das Geschäft um ganz bestimmte Produkte dreht, dann kann beispielsweise auch Affiliate-Marketing eine schöne Möglichkeit sein, das Produkt an den Mann zu bringen.

Für Portale, die sich noch immer über alte Maßzahlen wie Werbeplätze nach dem “Tausender-Kontakt-Preis” finanzieren, ist es sinnvoll, nach und nach einen E-Mail-Verteiler aufzubauen. Abonnenten, die einmal auf diese Weise aquiriert wurden, können anschließend immer wieder vollkommen kostenlos erreicht werden.

Wer in einer ganz speziellen Nische tätig ist, für den wäre beispielsweise eine Direktkooperation mit Bloggern oder YouTubern denkbar, die sich im richtigen Marktsegment aufhalten und als Influencer und Vorbilder für die Zielgruppe fungieren.

4. Die Mischung machts: Letztendlich ist ein einzelnes Standbein niemals ideal

Die digitale Welt ist so wechselhaft und vielseitig wie kaum ein anderes Marktsegment. Dementsprechend wird eine einzelne Plattform nie zufriedenstellend alles leisten können, ein einzelner Kanal niemals sicher sein vor einem plötzlichen Absturz der Popularität bei einer wichtigen Zielgruppe.

Wenn man Online-Marketing als Startup so richtig groß aufziehen will, dann sollte ein komplettes, übergreifendes Online-Marketing-Konzept aufgesetzt werden. Verknüpfungen sind alles, oft technisch, aber auch immer inhaltlich gesehen. Rein psychologisch braucht es schlicht und einfach mehr als nur einen Touchpoint, bis aus einem Bemerken Interesse wird, aus Interesse ein Follower, aus einem Follower ein Kunde und aus einem Kunden letztendlich eine Empfehlung für Andere.

Beispielsweise via Facebook-ReMarketing lassen sich relativ günstig gezielt die Besucher einer Website oder Fanpage nochmals ansprechen, sogar individualisiert je nachdem, welche Produkte sie angeklickt, welche Texte sie interessiert haben. Gerade, wenn vorher schon Ausgaben gemacht wurden, um die User erstmals auf eine Seite zu ziehen, ist es wichtig die User danach nochmals über einen anderen Kanal anzusprechen. Oder Fans der eigenen Facebook-Fanpage dazu zu bringen, dass Sie nicht nur Fans bleiben, sondern auch kaufen.

Alles auf einmal oder Step by Step?

Eine gute Frage. Die Relevanz von Online-Marketing für Startups ist offensichtlich. Aber: Online-Marketing ist Zeit- und somit Kostenintensiv. Wo also anfangen? Wo Prioritäten setzen?

Wichtig ist nicht, alles sofort und zu 100% richtig zu machen. Wichtig ist, dass man mit anfängt und nach und nach viele kleine Schritte macht, dazulernt und sich in die richtige Richtung entwickelt. Online-Marketing ist niemals, niemals abgeschlossen, sondern ein kontinuierlicher Prozess, selbst für Profis und alte Hasen. Wer überhaupt kein Geld hat, um jemanden für das eigene Online-Marketing mit ins Startup-Boot zu holen, für den gibt es diverse Möglichkeiten, Workshops oder Consultings zu buchen. Wichtig ist  nur, dass man sich über den entsprechenden Anbieter, die Online-Marketing- oder SEO-Agentur genau informiert und sich wirkliche Referenzen zeigen lässt. Denn lasst mich ehrlich sein: Es gibt leider noch immer zu viele schwarze Schafe in diesem Bereich, die Kompetenz ausstrahlen, aber keinen Nutzen für ein Startup erbringen können.

Also: Keine Angst vor Online-Marketing. Keine Sorge, dass es viel kostet, dass es kompliziert ist oder aufwändig, sondern einfach mal loslegen, heißt die Devise. Die Learnings kommen schnell, im Zweifelsfall mit etwas Unterstützung durch Learning-by-Doing, Recherche im Internet, Kurse, Workshops und Hilfe von Anderen, die schon mehr Erfahrung haben. Wie bei fast allem im Leben.