Was mache ich eigentlich? Direkt zu Beginn muss man die entscheidende Frage klären, ob man eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit verfolgt. Die Entscheidung liegt letzten Endes beim Finanzamt und hat Auswirkungen auf die Besteuerung, Rechtsformwahl und Pflichtmitgliedschaften.

Schritt 2: Gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit

Der freiberufliche Status bringt einige Vorteile mit sich: z.B. reduzierter Umsatzsteuersatz, keine ordentliche Buchführungspflicht, keine Gewerbeanmeldung oder Handelsregistereintragung nötig, nicht gewerbesteuerpflichtig. Solange man jedoch sowieso als Kleinunternehmer mit studentischem Versicherungsstatus und mit sehr geringen Umsätzen und Gewinnen am Markt agiert, ist die Einstufung nicht ganz so entscheidend.

Welche Tätigkeiten als gewerblich, welche als freiberuflich gelten, ist im Gesetz nur ganz grob definiert und wird daher – vor allem in den Medien- und kreativwirtschaftlichen Berufen – seit Jahren immer wieder vor Gericht verhandelt. Prinzipiell gilt: wenn man mit etwas handelt (egal mit was und über welche Kanäle) oder produziert ist man immer gewerblich tätig. Einkommen, das über Internetmarketing erzielt wird (Bsp. Einkünfte über Google AdSense und Affiliate Programmen), ist also immer als gewerblich einzustufen. Auch Vermittlungsdienste (z.B. Contentprovider, Onlinebörsen, etc.) sind immer gewerbliche Tätigkeiten.

Wenn man eine schriftstellerische oder künstlerische Tätigkeit ausführt, ist man in der Regel freiberuflich. Was jedoch als künstlerisch verstanden wird, ist oft Streitpunkt. Wenn man als Designer bspw. überwiegend durch eigene schöpferische Leistung Planungen und Entwürfe erarbeitet, in denen ein eindeutiger eigener Stil zu erkennen ist, wird man als künstlerisch schaffender Designer eingestuft. Vollführt man als Designer allerdings zusätzlich Produktionsaufträge oder handelt mit eigenen Produkten ist man grundsätzlich gewerblich tätig (bzw. Serienproduktion bei Katalogen, Abwicklung, Provision für Anzeigensetzung).

Die letzte Entscheidung trifft letztlich das Finanzamt, aber nicht etwa bei der Anmeldung sondern im Rahmen einer möglichen Betriebsprüfung.

Wenn man während des Studiums sich etwas Geld durch eine Selbstständigkeit hinzuverdienen möchte und vielleicht gar nicht nach dem Abschluss hauptberuflich weiter selbstständig tätig sein möchte, ist die Entscheidung zwischen gewerblich und freiberuflich nicht ganz so wichtig. Denn als Kleinunternehmer mit studentischen Versicherungsstatus betreffen einen sowie so die umsatzsteuerlichen Belange nicht und Gewerbesteuer oder IHK-Pflichtmitgliedsbeiträge fallen aufgrund des geringen Einkommens nicht an.

Foto: jinga / Shutterstock.com

Studium und Selbstständigkeit – Teil 2: Gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit
Rate this post