Was macht ein Startup international erfolgreich? Wie kann Stuttgart noch attraktiver für ausländische Gründerinnen und Gründer werden?

Und wie kreiert man eine Geschäftsidee, die europaweit überzeugt? Diese und viele weitere Fragen wurden am 17. April 2015 im Stuttgarter Rathaus geklärt. Zeitgleich fanden hier die Generation Media Startup 2015 und das Finale des studentischen Ideenwettbewerbs EBMC (Entrepreneurial Brains Made on Campus) statt.

Junge Stuttgarter Unternehmen müssen nicht nur über den Tellerrand, sondern auch über die Landesgrenzen hinweg blicken können. Der erste Schritt: Der Besuch der Generation Media Startup (GMS) 2015, die sich diesmal intensiv mit den „Starting Points for Internationalization“ auseinandergesetzt hat. Rund 150 Gäste aus der Stuttgarter und europäischen Startup-Szene sind dieser Einladung gefolgt. Der Kongress, der dieses Jahr bereits zum dritten Mal stattfand, wurde erneut vom generator und vom Studiengang Medienwirtschaft der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) konzipiert und in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart und der Initiative für Existenzgründung und Unternehmensnachfolge (ifex) des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg veranstaltet.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Susanne Eisenmann, Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, sowie von Prof. Dr. Alexander W. Roos, Rektor der HdM Stuttgart. Am Vormittag beschäftigten sich die Kongressbesucher in vier parallelen Workshops mit den Themen „Akzeleratoren als attraktive Anlaufstelle für internationale Startups“, „Wie können Universitäten und Hochschulen angehende Jungunternehmer fördern“, „Erfolgsfaktoren für Kreativ- und Medienquartiere“ sowie  „Corporate meets Startups“. Die Ergebnisse aus den Workshops haben gezeigt, dass die HdM mit ihren vielfältigen und international ausgerichteten Aktivitäten in Sachen Startup Support und Entrepreneurship Education auf einem guten Weg ist.

EBMC 2015 Award Ceremony

Tobias Günther, Gründer der fournova Software GmbH, gab in seiner Rede wertvolle Tipps zur Skalierung von Geschäftsideen. Worauf es bei der Ausbildung herangehender Gründerinnen und Gründer ankommt, erörterte Stuart Simpson vom Europabüro des Stadtschulrates für Wien.

Ein Beispiel für gelungene International Entrepreneurship Education ist der EBMC, dessen Finale in die diesjährige GMS integriert wurde. Seit diesem Jahr steht EBMC nicht mehr für „European Business Masters Cup“ sondern für „Entrepreneurial Brains Made on Campus“. Und dieser Name ist Programm: Anders als in den Vorjahren steht bei der sechsten EBMC-Saison nicht mehr die Unternehmensführung sondern die Entwicklung einer innovativen und tragfähigen Geschäftsidee im Mittelpunkt. Die Basis hierfür bildet der mittlerweile weit verbreitete Design Thinking Ansatz.

Für das Finale haben sich studentische Teams der Birmingham City University (England), University of Abertay/Dundee Business School (Schottland), Johannes-Kepler-Universität Linz (Österreich), der Haute Ecole d’Ingénierie et de Gestion du Canton de Vaud (Schweiz), Hochschule der Medien Stuttgart (Deutschland) und der Budapesti Kommunikációs és Üzleti Főiskola (Ungarn) qualifiziert. Dem Finale im Rathaus vorgelagert war der zweitägige EBMC-Campus im generator, bei dem die Teams an ihren Ideen aus den Vorrunden weiterarbeiten konnten. Unterstützung erhielten sie dabei von Helen Smith, Ron Brown, Mani Johal, Alexander Stockinger, Vincenzo Pallotta und Ferenc Kiss, allesamt Mentoren der teilnehmenden Hochschulen.

EBMC 2015 Jury

Im Rahmen eines Pitch-Wettbewerbs haben die Teams ihre Vorhaben innerhalb von drei Minuten einer ausgewählten Jury und dem großen GMS-Publikum präsentiert. Am Ende konnten BCU2ME aus Birmingham den Wettbewerb für sich entscheiden. Sukaina Al-Husseiny, Ally Hirji, Martin Seppam und Andrei Tiu haben eine Plattform zum Weiterverkauf studienrelevanter Literatur erdacht. Den zweiten Platz belegten Frances Houston, Kelly Mann, Stephen Rennie und Hannah Reyes von Tay Innovation. Das Quartett aus Dundee will Augmented Reality und eine App zur individuellen Konfiguration von Inneneinrichtungen entwickeln. Zum dritten Sieger und Publikumsliebling wurde das HdM-Team DOCIT gekürt. Malte Grosse, Sebastian Gruszkos, Nadine Hensinger, Marc Klenk, Daniel Volz möchten mit ihrem elektronischen Desk-Pad die Zettelwirtschaft auf Schreibtischen abschaffen. Detaillierte Informationen zu den Ideen gibt es auf der EBMC-Internetseite.

Ein weiterer Höhepunkt der Generation Media Startup war eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Showcase Stuttgart. The Appropriate Support for International Media Startups.“ Eine Stunde lang diskutierten Sandra Baumholz (Wirtschaftsförderung der Stadt Stuttgart), Stuart Simpson (Europabüro Wien), Alexander Buddrick (Robert Bosch Startup GmbH), Dr. Daniel Schleicher (nifino GmbH) und Arndt Upfold (ifex) über die adäquate Förderung von Startups in und aus Stuttgart.

EBMC 2015

Die Generation Media Startup wurde diesmal von namhaften Sponsoren unterstützt. Die Organisatoren bedanken sich bei der STAATLICHEN TOTO-LOTTO GMBH Baden-Württemberg, Stiefkind Apfelsaft, dem Beratungsunternehmen mm1 und bei Wulle Biere. Der EBMC wurde von Baden-Württemberg: connected e.V. (bwcon) im Rahmen von ePlus ecosystem unterstützt.

Beim abschließenden Get-Together sorgte das Improvisationstheater Kanonenfutter für gute Unterhaltung, bevor Alexander Stockinger aus Linz am DJ-Pult aufdrehte.

David Seydel, HdM-Student und EBMC-Teilnehmer resümierte: „Aus meiner Sicht eine tolle Veranstaltung, interessante Menschen, ein hoher Lernfaktor und eine gesunde Portion Spaß.“

Daran wird sich auch 2016 bei der GMS und dem EBMC nichts ändern.

Magdalena Weinle­­, Fotos: Petra Rösch