Wenn man durch das Startup Universum streift, begegnen einem immer wieder Begriffe wie Design Thinking, Kreativität, Problemlösung, Idea lab, die am Ende das einzige Ziel haben, Neues zu (er-)finden: Neue Produkte und Dienstleistungen, neue Geschäftsmodelle, neue Kunden.

Taucht man tiefer in den Kreativitätsprozess ein und schaut sich in der einschlägigen Literatur um, so findet man als Wort-Bedeutung „etwas neu schöpfen, etwas erzeugen, herstellen“. Es geht aber immer auch darum, Bestehendes zu analysieren, dekonstruieren, eine Auswahl zu treffen und neu zusammenzusetzen.

Plötzliche Erleuchtungen oder auch Heureka-Erlebnisse sind vergleichsweise spärlich. Ein lang ersehnter Lösungsansatz taucht nur höchst selten spontan aus dem Unterbewusstsein auf. Meistens passiert sowas in einer Gruppe und wird durch ein nebensächliches Detail oder das Verhalten einer anderen Person ausgelöst.

Um Kreativität zielgerichtet steuern zu können benötigen wir drei Voraussetzungen. Erstens eine möglichst heterogene Gruppe, ideal sind drei bis sechs Personen beiderlei Geschlechts, etwas Bestehendes, an dem man sich festhalten und orientieren kann und eine präzise formulierte Herausforderung, die das kreative Potenzial der Beteiligten stimuliert. Brian Chesky, Gründer von AirBnB hat den Kreativitätsprozess so formuliert: “You can see two dots, that don’t make any sense, but somehow in your head you connect them in a new and different way.“ Das trifft den Sachverhalt ziemlich gut. Der eine dot ist das Vertraute, Bewährte, der andere „dot“ das Ziel und der Weg dahin der Kreativitätsprozess.

Diese Form der Kreativität lässt sich leicht trainieren: Man versammle eine Gruppe von Personen mit möglichst unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Profilen um einen Tisch, malt einfach zwei Punkte auf ein Poster und lässt die Gruppe das Bild vervollständigen. In 90 Prozent der Fälle entsteht ein lustiges Gesicht, weil die beiden Punkte an Augen erinnern. Aber wirklich spannend sind die anderen 10 Prozent. Hier schlummert kreatives Potenzial. Aber – und das ist das Interessante – ohne die beiden „dots“, die Anker, entstehen meist sinnlos abstrakte Zeichnungen.

So herzig hat eine Fünfjährige die Aufgabe „Two dots, plenty of ideas“ gelöst. Foto: Magdalena Weinle

Einen Schritt weiter geht „Distance Pattern Thinking“. Man gibt ein allen bekanntes spannendes Thema vor, das möglichst viele Interpretationsmöglichkeiten lässt wie „Vergnügungspark“, „Naturschutzgebiet“, Olympische Spiele“. Im ersten Schritt werden dann von der Gruppe möglichst viele Attribute notiert, die einem dieser Themen zugordnet werden können. So fallen beim Stichwort Vergnügungspark Begriffe wie „Spaß“, „bunt“, „aufregend“, „Nervenkitzel“ und ähnliche. Innerhalb von drei Minuten sollen mindestens 20 Eigenschaften gefunden werden, je bunter und breiter gefächert, umso besser. Danach gibt man einen beliebigen Basisgegenstand vor wie Fahrrad, Rasenmäher oder Nähmaschine und lässt der Gruppe zehn Minuten Zeit diese Alltagsgegenstände zu einer neuen verrückten Geschäftsidee auszubauen.

Über Nacht, quasi im Schlaf, lässt man dann dem Unterbewusstsein der einzelnen Teammitglieder Zeit, weitere Assoziationen zu finden, die dann in einer weiteren Sitzung notiert und ausgearbeitet werden können. Dabei stellen sich die zunächst gefundenen Ideen meist als wenig praktikabel heraus und erst die zweite oder dritte Idee ist so kreativ und realitätsnah, dass daraus eine echte Innovation, unter Umständen sogar ein neues Startup entstehen kann.

Die Mitarbeiter des Generators haben es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, solche Techniken zu entwickeln, zu erproben und sie in seinen Workshops einzusetzen. Und sie funktionieren unabhängig von Alter, Geschlecht und der Herkunft der beteiligten Personen. Wichtig dabei ist, eine Atmosphäre zu schaffen, die auf der einen Seite einen möglichst klaren Rahmen setzt, aber auf der anderen Seite innerhalb dieses Rahmens kreative, ja manchmal verrückte Lösungen erlaubt. Auf diese Weise sind im Generator bereits eine Menge sehr guter und nachhaltiger Ideen entstanden, die durchaus das Zeug zu einem erfolgreichen Startup besitzen.

Wenn Sie Interesse an einem Kreativitätsworkshop und Kreativitätstechniken haben, setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung.

Two dots, plenty of ideas – Kreativitätsprozesse zielgerichtet steuern
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