„Anschauen, aber nicht anfassen.“ In diesem Dilemma stecken die Verantwortlichen des im Januar 2014 gegründeten Nationalparks Schwarzwald. Zwar soll die Natur sich selbst überlassen bleiben, aber dennoch möchten die umliegenden Gemeinden von einem möglichen Touristenmagnet Nationalpark profitieren.

Und was hat das generator Startup Center der HdM damit zu tun? Die Hochschule Rottenburg hatte den generator eingeladen, in einem Ideenworkshop am 26.6. sowie 1.7.2015 mit den Studierenden des Studiengangs Nachhaltiges Regionalmanagement Geschäftsideen zu entwickeln, die in dem Spannungsfeld zwischen radikalem Naturschutz und Wirtschaftsinteressen bestehen können. Eine echte Herausforderung, die von den Studierenden mit viel Engagement, Kreativität und den vom generator zur Verfügung gestellten Entrepreneurship Tools angegangen wurde.

Nach zwei Tagen intensiver Arbeit entstanden so fünf Geschäftsideen, die durch vier Juroren begutachtet wurden. Ernst Kafka, Nationalparkranger, Steffen Abele, Studiengangsleiter Nachhaltiges Regionalmanagement an der Hochschule Rottenburg, Philipp Nawroth, Entrepreneur aus Reutlingen und Michael Baukloh, Leiter des Bereichs Existenzgründung der IHK Reutlingen bewerteten das Konzept ComForest Experience als das Beste.  Mit ComForest können Nationalpark-Besucher ein Wander- und Übernachtungserlebnis buchen. Per GPS wird der Besucher zu zeltartigen Design-Shelters geführt, die sich mitten im Nationalpark in totaler Abgeschiedenheit aber mit einem Höchstmaß an Komfort befinden.

Monika Bachinger, Professorin für Touristik am Studiengang, freute sich besonders darüber, wie intensiv die Studierenden ihr Vorhaben bearbeiteten. Ein Team machte eine Umfrage unter fast 60 potenziellen Kunden, ein anderes besuchte ein Seniorenheim, um den Markt für ältere Kunden zu ermitteln und wieder andere bauten mit großem Zeitaufwand Prototypen, die den staunenden Juroren präsentiert wurden. Johanna Kutter vom generator, die gemeinsam mit Hartmut Rösch den Ideenworkshop leitete, freute sich über die „Geschäftsideen zum Anfassen“, die dieses Mal ohne jede App auskamen.

Die Studierenden genossen die „lockere Atmosphäre im Seminar“, lobten die Dozenten für ihre Motivationskünste und freuten sich darüber, das im Studium Gelernte an einem eigenen Vorhaben praktisch anwenden zu können.

Foto: Petra Rösch
Text: Hartmut Rösch

Wege aus dem Nationalparkdilemma: Fünf Geschäftsideen für den Nordschwarzwald
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