Am 6. März 2018 war die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zu Gast an der Hochschule der Medien (HdM). Im Start-up Center der HdM informierte sie sich über die verschiedenen Facetten des Themas Gründung an der Hochschule.

HdM-Rektor Prof. Dr. Alexander W. Roos und Prorektor Prof. Dr. Nils Högsdal gaben einen strategischen Einblick. Rektor Roos hob hervor, dass sich die HdM schon lange – mindestens seit 1998 – in der Gründungsthematik engagiert. „Wir sind Überzeugungstäter“, so Roos. Vor allem von Studierenden getriebene Ideen seien wichtig für eine erfolgreiche Gründung. Sein Traum sei eine Anlaufstelle für alle Player torf dem Campus in Stuttgart-Vaihingen. Prorektor Högsdal, Ansprechpartner für das Thema Innovationen und Start-ups in der Hochschulleitung, erklärte, dass Unternehmen aktiv nach Studierenden suchen, die mit Start-up-Methoden Arbeiten wollen. Die Hochschule plane, jeden Studierenden im Laufe seines Studiums mit dem Gründungsthema zu erreichen.

„Mut, eigene Wege zu gehen“

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer findet: „Die Hochschulen sind genau der richtige Ort, an dem eine lebendige Start-up-Kultur entsteht: Sie bieten Freiräume zum Experimentieren, Erforschen, Anwenden und um Erfahrungen zu sammeln – denn es braucht Mut, eigene Wege zu gehen und das Risiko zu wagen.“ Die Hochschule der Medien befasse sich intensiv mit dem Thema Existenzgründung und nehme hier eine Vorreiterrolle ein. „Mit ihrem Start-up Center verfügt die HdM bereits seit mehreren Jahren über eine zentrale Einrichtung, die mit einer eindrucksvollen Dynamik Studierende bei ihren Gründungsvorhaben berät und zielgerichtet unterstützt“, so die Ministerin.

Mikrobeiträge, kleine Häuser und Software für Call-Center

Einen Einblick boten drei Gründerteams: Helpmate, TechTinyHouse und virtualQ stellten ihre Geschäftsideen vor. Das Social Start-up Helpmate von Sabrina Scherer, Larissa Lang und Lena Euchenhofer, alle drei eingeschrieben im Studiengang Werbung und Marktkommunikation der HdM, generiert Mikrobeträge, um „Gutes zu tun“. Den drei Gründerinnen geht es um das Sammeln von Spenden durch Aufrunden von Beträgen auf dem Girokonto, die dann an Projekte ausgeschüttet werden. Die Idee dazu entstand in einer Lehrveranstaltung an der HdM. Bernhard Thomé vom TechTinyHouse baut kleine vollwertige Häuser auf Fahrgestellen und unterstützt die Kunden bei der Designerstellung. Jens Kühnapfel von virtualQ hat mit seinen Partnern eine Software für Call-Center entwickelt, die anstelle eines Anrufers in der Warteschleife bleibt. Er verrät, dass sie ursprünglich eine ganz andere Geschäftsidee hatten als die heutige. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen seien „Anschubser“ gefragt, die Gründer auf den richtigen Weg bringen.

„Selbständigkeit und Medien sind ein Traumpaar“

Außerdem auf dem Programm stehen die Aktivitäten und Projekte des Start-up-Centers der Hochschule – von Gründerlehre und -support über gemeinsame Arbeitsflächen bis hin zu internationalen Wettbewerben und Netzwerktreffen. Das Start-up Center berät pro Jahr rund 130 Gründungsinteressierte. „Selbständigkeit und Medien sind ein Traumpaar“, sagt Magdalena Weinle vom Start-up Center. Etwa zehn bis elf Prozent der HdM-Absolventen machten sich selbständig – quer durch alle Branchen, allein oder im Team. Prof. Dr. Okke Schlüter vom Studiengang Mediapublishing stellte ein Förderprogramm in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels vor, das Geschäftsmodelle von Content-Start-ups schärft.

Autorin: Kerstin Lauer

 

„Wir sind Überzeugungstäter“
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